Seelentiertherapie
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Seelentiertherapie

Behandlungsmethoden

Die Seelentiertherapie will den Patient*innen helfen, wieder in den Kontakt mit ihrem Seelentier zu gelangen. Während andere Therapieformen häufig problemorientiert sind, ist die Seelentiertherapie personenzentriert. Natürlich findet zu Beginn der Behandlung ein kurzes Screening statt, um die Natur des Problems zu erfahren, und festzustellen, ob eine Seelentiertherapie für das Problem indiziert ist. Auch ist es wichtig zu prüfen, ob Patient*innen für eine ambulante Behandlung belastbar und hinreichend stabil sind. Für eine Erfolgs- und Verlaufsmessung ist es nötig, das Problem zu erfassen, zu quantifizieren und Ziele zu präzisieren. Die Problemanalyse soll aber nur kurz und ohne besonderes Augenmerk erfolgen.

Unmittelbar anschließend, und mit deutliche größerem Fokus steht die explorative Phase der Therapie. Hier wird erforscht, welches Seelentier die Patienten haben. Eine einfache Betrachtung "Ich bin ein Fuchs" ist hier aber mitnichten ausreichend. Vielmehr sollen die Patienten ermutigt werden, Dokumentationen, Fotos und Videos zu ihrem Seelentier zu schauen, und im Idealfall sogar eine Beobachtung in der Wildnis oder einem Tierpark vorzunehmen, gerne mit therapeutischer Begleitung. Ein direkter Körperkontakt oder Interaktionen mit dem Tier werden explizit gefördert, wo dies für Tier und Mensch gefahrlos möglich ist. Es wird erarbeitet, welche Verhaltens-, Denk- und Interaktionsmuster das Tier aufweist, und ein ideales "Tier-Selbst" wird mit den Patient*innen erarbeitet. Es ist möglich, dass es 2-3 Tiere braucht, bis die Patient*innen sich sicher sind, welches Tier ihnen entspricht.

Manchmal kann es vorkommen, dass ein Mensch mehrere Tiere in sich vereint. Sei es weil keinem einzelnen Tier die nötigen Eigenschaften zugesprochen werden können, oder weil der Mensch verschiedene Persönlichkeitsanteile in sich trägt. Dies ist völlig normal und in der Seelentiertherapie akzeptiert.

In der Diskrepanzanalyse sollen die Patient*innen prüfen, in welchen Aspekten sie von ihrem Seelentier abweichen, und welche sie bereits gut verkörpern und umsetzen. Hier bedient sich die Seelentiertherapie durchaus an Methoden der Verhaltenstherapie wie Verhaltensanalysen oder dem ABC-Schema. Auch rigide oder zwanghafte Denkmuster werden hier zuerst nur analysiert und von den Therapeut*innen unkommentiert und liebevoll übernommen. (z.B. "Füchse sind immer verspielt, die sind nie so richtig ernst.").

In der Synthesephase schließlich werden die Patient*innen unterstützt, wieder mit ihrem Seelentier übereinzukommen. Hierzu erarbeitet man alternative Denk- und Verhaltensmuster. In dieser Phase können Therapeut*innen auch die Zuschreibungen der Patienten äußerst vorsichtig und respektvoll hinterfragen ("So ein Fuchs, der kann auch um sein Überleben kämpfen, z.B. gegen einen streunenden Hund oder einen Dachs. Kann der da auch mal ernst sein?"). Es können auch Techniken wie Hypnose, Traumreisen und andere imaginative Techniken zum Einsatz kommen. Ausflüge in die Natur, sofern sinnvoll möglich, sowie Kontakt mit dem Tier sind empfohlen. Symbolische Handlungen oder Objektmetaphern können hier sparsam und mit Augenmaß zum Einsatz kommen. So könnte z.B. ein Mensch mit einer Katze oder einem Hund als Seelentier sich ein Katzen- oder Hundebett kaufen. Einige davon sind durchaus groß genug für Menschen. Dieses könnte auf dem Sofa oder im eigenen Bett als Hilfsgegenstand für Traumreisen oder als sicherer Rückzugsort in Frage kommen. Die Seelentiertherapie verwendet solche Übergangsobjekte als Unterstützung des therapeutischen Prozesses, keinesfalls soll hier eine Fetischisierung vorangetrieben oder sozial unangebrachtes Verhalten gefördert werden.

Befinden sich die Patient*innen auf dem Weg zur Synthese mit ihrem Seelentier, ist eine Überwachung der Symptomentwicklung nötig, die unauffällig und ohne Fokus auf das Problem durch die Therapeut*innen erfolgen soll, um den Therapieerfolg zu sichern. In der letzten Phase, der Stabilisierungsphase, werden die erreichten Fortschritte verfestigt, und eine starke Identifikation mit dem Seelentier und dessen Werten angestrebt. So bekommen die Patient*innen einen einfach zu merkenden und zeitlich stabilen Rückfallprophylaxeplan mitgegeben, der auch in vielen Jahren einfach zu erinnern ist ("Sei ein Fuchs").